Was ist Neuschwabenland?

Grundlagen

Neuschwabenland ist ein historischer Gebietsname in der Ostantarktis. Er geht auf die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39 zurück und bezeichnet keinen heutigen deutschen Staat oder anerkannten deutschen Besitz.

Redaktion: Altamarin Verlag · Quellenstand: 2. Oktober 2026

Ein Name aus einer Expedition

Die Schwabenland brachte zwei Flugboote in das Südpolarmeer. Ihre Besatzungen fotografierten Gebirge, Gletscher und Küstenhinterland. Aus diesen Aufnahmen, Flugberichten und späteren Auswertungen entstand das geografische Bild des erkundeten Raums. Der Name erinnert an das Expeditionsschiff. Seine Verwendung in einer Karte sagt zunächst, welches Gebiet gemeint ist – nicht, wem es gehört.

Wo liegt das Gebiet?

Neuschwabenland liegt im heutigen Dronning-Maud-Land, auch Königin-Maud-Land genannt. Der historische Name und die heutige regionale Gliederung sind nicht deckungsgleich. Karten können unterschiedliche Grenzen des erkundeten, fotografierten oder benannten Raums zeigen. Deshalb sollte eine seriöse Darstellung stets erklären, welche Karte und welchen Begriff sie verwendet. Die bekannte Schirmacheroase und mehrere Gebirgsgruppen gehören zur geografischen Geschichte der Expedition.

Was ist daran historisch belegt?

Die Reise, die Luftbildarbeit und die politischen sowie wirtschaftlichen Interessen sind dokumentiert. Die Expedition errichtete im beflogenen Gebirgshinterland keine dauerhaft besetzte Station. Eine geplante weitere Fahrt wurde durch den Krieg verhindert. Spätere Behauptungen über eine unterirdische Festung, U-Boot-Versorgung oder Flugscheiben dürfen nicht mit diesen realen Vorgängen gleichgesetzt werden.

Warum ist der Name bis heute bekannt?

Nach 1945 wurden getrennte Ereignisse miteinander verbunden: die deutsche Expedition, zwei verspätet in Argentinien eingelaufene U-Boote und eine amerikanische Antarktisoperation. Die zeitliche Reihenfolge allein belegt keinen gemeinsamen geheimen Auftrag. Der Name blieb daneben wissenschaftlich wichtig, weil historische Bilder und Ortsbezeichnungen weiterhin als Forschungsquellen dienen. Das Portal verfolgt beide Geschichten: die tatsächliche Erkundung und ihre spätere Umdeutung.