Die geplante zweite Expedition 1939/40

Quellenanalyse

Die zweite Antarktisfahrt war konkreter als eine bloße Idee. Sie wurde vorbereitet, fand aber nicht statt. Daraus lässt sich keine errichtete Überwinterungsstation ableiten.

Redaktion: Altamarin Verlag · Quellenstand: 2. Oktober 2026

Was nach der Rückkehr geplant wurde

Nach der ersten Reise entstanden Programmentwürfe, Kostenansätze und organisatorische Planungen. Cornelia Lüdecke berichtet auf Grundlage von Akten über einen Durchführungsauftrag vom 19. Juni 1939. Dieser Befund korrigiert die zu pauschale Aussage, es habe überhaupt keinen staatlichen Auftrag für die Folgefahrt gegeben.

Auftrag bedeutet noch keine Ausführung

Für den historischen Ablauf sind mehrere Stufen zu unterscheiden: Vorschlag, Entscheidung, Vorbereitung, Abfahrt und tatsächliche Arbeit vor Ort. Die Reise für 1939/40 wurde nach Kriegsbeginn abgesagt. Ein vorhandener Auftrag belegt also eine weiter fortgeschrittene Planung, aber keine Ankunft in der Antarktis.

Überwinterung und feste Station

Ritscher entwickelte auch Vorstellungen für längerfristige Forschung. Welche Bestandteile in welchem Entwurf vorgesehen waren und wie weit sie verbindlich beschlossen wurden, muss anhand der jeweiligen Akte geprüft werden. Der Auftrag zu einer zweiten Fahrt darf nicht ohne weiteren Nachweis als Genehmigung jeder später diskutierten Stationsidee ausgelegt werden.

Eine wichtige Selbstkorrektur

Die Altamarin-Vorrecherche hatte den fehlenden abschließenden Auftrag zunächst zu stark betont. Die spätere Kontrolle an Lüdecke schränkte diese Aussage ein. Das Portal übernimmt den korrigierten Stand: Eine vorbereitete und beauftragte Folgefahrt ist von einem tatsächlich realisierten Stationsbau zu unterscheiden. Diese Präzisierung bestätigt weder die Basislegende noch macht sie die Planungen belanglos.

Quellenweg

Der öffentliche Einstieg ist Lüdecke 2003, S. 86–89 und die zugehörigen Anmerkungen. Für Rechtsform und genaue Reichweite einzelner Aufträge sind die dort nachgewiesenen Originalakten entscheidend. Wo eine Akte nur über die historische Untersuchung bekannt ist, wird dieser mittelbare Zugang nicht als eigene Archivsichtung ausgegeben.